Weiter geht’s: Eindrücke aus der ersten Woche

Etwa eine Woche ist nun vergangen seit meiner Abreise aus Berlin. Eine Woche voller Eindrücke, die sich nur schwer in einem Text beschreiben lassen. Meine letzten Tage in Berlin und all die Abschiede kommen mir etwas unwirklich vor;  mehr wie ein Traum. Und doch gehe ich hier ständig mit einem Gefühl durch den Tag, dass dies nur Urlaub ist. Ich muss mir immer wieder klar machen, dass diese Umwelt hier jetzt die Normalität darstellt und man sich möglichst schnell an alles gewöhnen sollte.

Mit mir verbringen vier weitere Freiwillige von BfdW das Jahr in Kambodscha: Tess, Anna, Jana und Maria. Unser erstes kleines Abenteuer erlebten wir bereits beim Umsteigen auf dem Flughafen von Bangkok: Wir hatten etwa 40 min Zeit, um durch mehrere Kontrollen und zu einem weit entfernten Terminal zu kommen. Um die ganze Situation noch spannender zu machen, fiel nach dem Ausstieg aus dem Flugzeug einer meiner Mitfreiwilligen -der Name musste leider zensiert werden- plötzlich auf, dass sie ihre Geldbörse im Flugzeug hat liegen lassen. Letztendlich sprinteten wir durch den Flughafen und kamen verschwitzt und fertig als letzte Passagiere bei unserem Terminal an, aber wir waren gerade noch rechtzeitig da.

Wir wurden Dienstag morgens am Flughafen von Phnom Penh von unserer Landesmentorin Limheang abgeholt. Sie brachte uns mit ihrem Auto -unser Gepäck wurde per Tuktuk transportiert– zu unserer Wohnung. Dort sind wir alle während des ersten Monats untergebracht. Anschließend geht es für manche von uns in andere Provinzen oder Städte von Kambodscha, abhängig je nach Projekt und der Organisation, in der wir arbeiten.

Unsere Wohnung ist in einem recht guten Zustand. Wir haben zwei Schlafzimmer, in denen jeweils zwei der Mädels schlafen, zwei Bäder, eine Küche und ein Wohnzimmer, in dem mir eine einigermaßen komfortable Luftmatratze für die ersten Wochen als Bett dient. Wir wohnen etwas abseits der City und deren Touristenattraktionen. In unserer Umgebung gibt es unzählige Restaurants, Imbisse, Supermärkte, Bars und vor allem den Tuol Tom Poung Market, auch Russian Market genannt. Dort brachte uns Limheang auch als nächstes hin.

Der Russian Market besteht aus vielen überdachten Ständen, in denen man alles Erdenkliche für sehr wenig Geld kaufen kann – egal ob Werkzeug, Elektrik, Kleidung, Bettzeug oder Souvenirs. Die tägliche Hitze macht uns allen oft ziemlich zu schaffen. Man schwitzt ständig und versucht möglichst wenig der Sonne ausgesetzt zu sein. Viele Arbeitsräume und Läden sind daher klimatisiert. Im Russian Market hingegen ist es neben der Hitze noch stickig, die Gänge sind eng, viele Menschen agieren um einen herum. Außerdem gibt es einen großen Essensbereich, wo viel gekocht und gebraten wird. Wir wurden von Limheang an solchen Essensständen platziert und bekamen eine Schüssel voll mit Nudeln, Gemüse und frittierten Röllchen vorgesetzt. Es war lecker. Jedoch war die ganze Situation für mich und manche der Mädels zu viel für den Anfang. Wir waren etwas übermüdet, mussten uns erstmal auf die Hitze einstellen und die laute und ungewohnte Atmosphäre verbesserte mein Wohlbefinden nicht gerade. Daher war ich sehr froh, als wir den Russian Market wieder verließen und zur Wohnung zurückgingen, um uns ein paar Stunden auszuruhen. Abends gingen wir in besserem Zustand in einem ruhigen Restaurant essen.

Die nächsten Tage hatten wir Seminare mit Limheang und anderen Experten, welche sie einlud. Es ging um allerlei landesspezifische Themen wie Innenpolitik, die Geschichte Kambodschas, traditioneller Tanz, Bräuche etc. Am Donnerstag lernten wir zudem unsere Mentoren der Organisationen kennen, diese hielten uns Präsentationen über ihre NGOs. In meinem Fall war Mr. Vicheth gekommen, der Programm-Manager von Save Cambodia’s Wildlife.

Mr. Vicheth wird vermutlich mein hauptsächlicher Betreuer und Verantwortlicher über das Jahr sein. Er macht einen sehr guten und sympatischen Eindruck auf mich. Nachmittags fuhr ich mit Mr. Vicheth auf seinem Moped einmal quer durch die Stadt zu meiner hauptsächlichen Arbeitsstätte für die nächsten Monate, das Office von SCW in Phnom Penh. Ich wurde allen anwesenden Mitarbeitern vorgestellt und klärte die wichtigsten Punkte mit Mr. Vicheth ab. Von Montag an werde ich täglich morgens Khmer-Sprachunterricht haben und nachmittags bei SCW arbeiten. Ich bin sehr gespannt.

Am Freitag machten wir mit Limheang die obligatorische Citytour und besuchten verschiedene Touristenattraktionen in Phnom Penh, u.a. das National Museum, das Independence Monument, den Central Market und das Olympic Stadium. Auch am Wochenende waren wir in der Stadt unterwegs, u.a. auch wieder im Russian Market bei uns in der Nähe. Diesmal waren die Situation und meine Wahrnehmung komplett anders. Die Atmosphäre kam mir insgesamt viel entspannter und ruhiger vor und wir haben uns richtig auf das Essen und die Leute dort gefreut. Heiß bleibt es trotzdem. Das Schwitzen wird vermutlich nicht weniger, jedoch kann ich mir mittlerweile vorstellen, dass man das Wetter mit der Zeit viel besser annimmt und es nicht mehr so sehr als ständige Belastung wahrnimmt.

Ich schreibe demnächst noch einen kleineren Beitrag zum Essen und Verkehr hier. Morgen beginnen unser Sprachkurs und unsere Arbeit in den NGOs, ich freue mich darauf und halte euch auf dem Laufenden.

Euer Martin

 

Hier sind die Blog-Adressen von Tess, Anna, Maria und Jana, welche auch mit viel Sorgfalt (und deutlich mehr Kreativität als ich) über ihre Erfahrungen und Eindrücke schreiben.

https://hellocambodia.jimdo.com/

http://anna-in-kambodscha.jimdo.com/

https://howtobecomeastoryteller.wordpress.com/

https://janalogischkambodscha.jimdo.com/

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s